Dem Ärger ins Gesicht geschaut – Teil 3 der Basisemotionen

Nach Freude, Angst folgt nur Teil 3 der Basisemotionen nach Paul Ekman.
 
Wut ist eine intensive Emotion, die mit muskulärer Anspannung einhergeht. Zusätzlich beschleunigt sich die Pulsfrequenz, die Atmung und eine gereizte Stimmung folgt.

Es gibt eine Abstufung von leichter bis schwerer Intensität: Ärger -> Wut -> Zorn.

Paul Ekman schrieb dazu „Es ist eine der gefährlichsten Eigenschaften von Zorn, dass er seinerseits Zorn hervorbringt und dass dieser Teufelskreislauf schnell eskalieren kann“.Es ist schwierig auf den Ärger des anderen nicht mit Ärger zu reagieren, v.a. dann wenn man den Ärger des anderen als ungerechtfertigt empfindet. Wut ist eine der gefährlichsten Emotionen, weil andere als Zielscheibe der Wut verletzt werden können.

Wenn wir wütend sind, verlieren wir unsere Fähigkeit klar zu denken und unsere Reaktionen sind bestimmt durch diese negative Emotion. 
Eine Menge verschiedener Dinge passieren, wenn wir wütend sind. Denk nur mal an das Gefühl, wenn du wütend bist. Wird die Atmung schwerer? Bekommt Dein Körper mehr Muskelanspannung? Der Körper bereitet sich auf Kampf vor, die Muskelspannung erhöht sich, die Atmung wird schwerer, das Kinn senkt sich, um den Hals zu schützen und die Fäuste ballen sich. 
Zusätzlich zeigt das Gesicht eine große Anspannung und viele Falten. 

Ahme die Bewegungen mit Vorsicht nach, denn Du kannst Dich dann wütend fühlen:

  •          Zieh Deine Augenbrauen nach unten und zusammen, als ob versuchst die Nase mit dem inneren Teil der Augenbrauen zu berühren
  •       Während Du das machst, versuche einen wütenden Blick
  •          Press Deine Lippen fest aufeinander.
  •        Das Kinn ist oft gesenkt, um den Hals zu schützen (Kampfmodus nicht Fluchtmodus)

Stimme:

Die Stimme wird höher. Wer kennt nicht den Klang der zeternden Frauen? Bei Frauen kann es aufgrund der natürlich höheren Stimmlage schneller schrill klingen als bei Männern. Die Stimme wird lauter und das Sprechtempo wird schneller. 

Warum wird man wütend?

Eine Befragung von Averill (1982) mit 160 Personen u.a. danach, in welcher Beziehung sie zu der Person standen, über die sie sich in der Woche vor der Befragung am meisten geärgert hatten, ergab folgendes:
in 33 % der Fälle eine Person, die man liebt
in 21 % der Fälle jemand, den man „gut kennt und mag“
in 12 % der Fälle ein Fremder
 
Mögliche Gründe hierfür:
– häufigerer und engerer Kontakt
– Normübertretungen können sich kumulieren und dann leidvoller sein
– die Motivation, geliebte Menschen zu ändern ist stärker
– geringere Hemmung des Ärgerausdrucks 

Nächste Woche schreibe ich meine persönliche Sichtweise über Wut und warum ich sie für eine kraftvolle, völlig unterschätzte Emotion halte. Neugierig? Dann lesen wir uns nächste Woche, ich freu mich darauf!

Hier findest Du die anderen Emotionen:
Wie Du Freude findest und verbreitest.
Auf den Spuren der Angst: Wie erkenne ich Angst? 
Wie man Lügen erkennt

Literatur:
Joe Navarro, Menschen lesen: Ein FBI-Agent erklärt, wie man Körpersprache entschlüsselt
Dirk Eilert, Mimikresonanz
Paul Ekman, Gefühle lesen 
Averill, J. R.:Anger and aggression: An essay on emotion.

Empfehlenwertes Seminar:Mimik-Resonanz /Isabella Herzig 

Bilder: lassedesignen – Fotolia, rangizzz – Fotolia



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