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Warum Grenzen im Leben so wichtig sind

Ich zeige Liebe zu mir selbst, indem ich mich für meine Bedürfnisse und die Grenzen einsetze, die notwendig sind, um sie zu unterstützen.

Klingt so toll! Ist auch so wahr – wenn es nicht auch so verdammt schwer wäre!

Grenzen zu schaffen war und ist auch immer mal wieder eine der größten Herausforderungen meines Lebens. Ich habe das Gefühl, dass ich ein Buch über Grenzen schreiben könnte (vielleicht werde ich das auch mal!), aber für diesen Artikel beginnen wir mit den Grundlagen:

  • Was sind Grenzen?
  • Warum brauchen wir Grenzen?
  • Wie setzen wir Grenzen und warum ist es so verdammt hart?

 

Was sind Grenzen?

Grenzen sind Richtlinien, die von dir, für dich, geschaffen wurden, damit du in Beziehungen mit anderen sein kannst, ohne deine Beziehung zu dir selbst zu verraten.

Grenzen zu schaffen ist, wie wir anderen beibringen, wie sie mit uns umgehen sollen.

Wir brauchen Grenzen, weil wir durch sie in der Lage sind, einen Raum der Klarheit für uns selbst zu schaffen, um mit anderen zu leben, so dass es kein Rätselraten darüber gibt, welche Arten von Wörtern und Verhaltensweisen uns das Gefühl geben, geliebt und respektiert zu werden.

Wir haben nicht alle dieselben Grenzen – das wäre ja zu leicht ;-). Und ich bin mir sicher, viele haben sich noch gar keine bewussten Gedanken gemacht, wo ihre Grenzen sind. Wenn die Grenzen allerdings überschritten werden, spürt man es sofort. Man wird angespannt, fühlt sich wütend, verletzt oder verzweifelt.

Das Setzen von Grenzen ist deswegen so hart und so schwierig, weil es von uns verlangt, dass wir uns für uns selbst einsetzen.

Wenn du nur etwas so wie ich bist, dann weißt du, wie es ist, Beziehungen zu haben, in denen du entweder keine Grenzen hast oder ungesunde Grenzen hast.

Ob mit romantischen Partnern, Freunden, Familie oder im Business (und ich hatte Probleme in allen vier Kategorien!), wenn du jemals den Moment hattest, in dem du zu dir selbst sagst: „Ich fühle mich wirklich nicht gut dabei, wie ich behandelt werde“. Dann ist das ein verdammt sicheres Zeichen, dass eine Grenze benötigt wird.

Ich kämpfe weiterhin darum, den Mut zu finden, zu sagen: „ Hey! Das verletzt meine Gefühle.“ oder „Ich fühle mich nicht respektiert oder schlecht behandelt, wenn du das tust.“ oder „Stopp! Das ist nicht okay für mich.“

Ein Teil dieses Kampfes ist, dass ich erst als Erwachsener anfing zu lernen, wie ich meine Emotionen und Grenzen auf gesunde Weise ausdrücken kann. Genauso begriff ich erst sehr spät, dass ich genauso wichtig, genauso liebenswert und genauso genug bin wie mein Gegenüber und dass ich das verdammte Recht und die Pflicht habe, mich wichtig zu nehmen.

Grenzen brauchen Klarheit.

Aktuell habe ich festgestellt, ich habe in meinem Business die Klarheit vernachlässigt und meiner Angestellten ein Hintertürchen geöffnet – ohne klare Grenzen und Beschreibungen gesetzt zu haben. Das rächte sich. Denn wenn jemand einen Fuß durch die Hintertür geschafft hat, setzt er weiter lustig einen Fuß vor den anderen (wer mag es ihm auch verübeln). Sich aus diesem Schlamassel wieder gescheit zu befreien, braucht es als erstes mal ganz viel Klarheit, darüber was ist okay und was nicht. Und dann den Mut zu sagen, das funktioniert so nicht, ich mach dieses Hintertürchen wieder zu. Auch mit dem Wissen, dass es nicht auf freudige Begeisterung stoßen wird.

Meine wichtigstes Lernerfahrung aus dieser Geschichte: Grenzen sind nicht starr!

Wenn wir mal eine falsche Grenze gesetzt haben oder feststellen, dass die Grenze zu streng oder zu locker ist, dann ist es in Ordnung, sie zu verändern. Grenzen sind nicht in Stein gemeißelt. Sie müssen nicht wie die Berliner Mauer mehr als 28 Jahren dort stehen. Sie sind ein flexibles System, das dich unterstützen soll.

Mauern lassen alle draußen, Grenzen erlauben es, die richtigen Menschen einzuladen.

Grenzen und Emotionen

Wir fühlen uns nicht wohler, wenn wir das, was uns in uns verärgert, für uns behalten.

Dieser Bockmist ist genauso unbequem wie der Mut, es auszusprechen.

Denn du ärgerst dich immer und immer wieder, du bist wütend, du bist verletzt, du fühlst dich übergangen oder ungerecht behandelt. Das kostet verdammt viel Energie und Kraft!

Ich denke, der Grund, warum wir das eine mehr tun als das andere, ist, dass wir es einfach nicht gewohnt sind, unsere Worte zu benutzen, um Grenzen zu setzen.

Auch wenn es darum geht, Grenzen zu setzen, egal wie freundlich und ehrlich wir ausdrücken, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die andere Person verärgert sein wird.

Es ist schwer, jemandem etwas zu sagen, wenn man weiß, dass man ihn entweder verärgern wird oder schlimmer noch, er kann einen im Gegenzug angreifen könnte.

Grenzen zu setzen ist ein äußerst mutiger Akt, denn er erkennt an, dass wir andere Menschen nicht kontrollieren können oder wie sie auf unsere Bedürfnisse reagieren werden.

Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass die Menschen, die sich von dir angegriffen fühlen , indem du deine Bedürfnisse ausdrückst, normalerweise Menschen sind, die entweder nicht wussten, dass sie dich verletzen und sich ein wenig verlegen oder defensiv fühlen, weil sie unbewusst keine Rücksicht auf deine Gefühle nehmen oder sie es nicht wollen, weil es ihr Leben einfacher macht, wenn ihre Beziehung zu dir eine Einbahnstraße ist.

Ich verstehe nur zu gut, dass manchmal die Vermeidung der Konfrontation und die Hoffnung auf ein anderes besseres Verhalten beim nächsten Mal wie eine geniale Alternative erscheint. Oft genug bin ich der Falle Hoffnung erlegen. Doch es ist nur ein Herauszögern. Und ganz ehrlich, es ist kein gescheiter Plan und es ehrt dich sicherlich nicht und es ist definitiv nicht das, was du verdienst.

Eine einzige Frage

Wann immer ich Angst habe und eine Grenze setzen muss, stelle ich mir immer eine einzige Frage und wenn ich sie beantworte, habe ich weniger Angst:

Warum sollte ich zulassen, dass jemand Raum in meinem Leben einnimmt, auf eine Art und Weise, die es mir nicht erlaubt, mir Liebe, Achtung und Wertschätzung zu zeigen?

Grenzen sagen nicht: „Ich liebe dich nicht.“

Grenzen sagen: „Ich werde dich und mich selbst gleichzeitig lieben.“

Wenn jemand in deinem Leben nicht weiß, wie man eine Beziehung zu dir in einer Weise hat, die es ermöglicht, dass deine Liebe zu dir präsent ist, ist es wahrscheinlich an der Zeit, ihren Platz in deinem Leben neu zu bewerten.

Okay, ich habe mir versprochen, dass ich diesen Artikel nicht zu lang machen werde, also werde ich dir zwei Aktionsschritte überlassen:

Sage dir jeden Tag, dass du deine Bedürfnisse verdienst und die Grenzen, die sie unterstützen.

Arbeite daran, dir eine Gewohnheit zu erschaffen, dich für diese Bedürfnisse einzusetzen. Hier findest vier einfache Schritte für deine Veränderung.

Brauchst du Unterstützung bei dem Thema Grenzen setzen? Fehlt es dir an Klarheit, wo deine Grenzen sind? Sind deine Grenzen zu durchlässig und werden viel zu oft übertreten? Nimmst du deine Grenzen gar nicht so wichtig? Lass uns reden, wieso und weshalb es bei deinen Grenzen knirscht und knarrt und wie ich dich auf deinem Weg unterstützen kann.

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